Chronik 1962-1986

1962 – 1986 Männerriege Wila

Männerriege Wila das zweite Vierteljahrhundert

Der Wunsch von Adolf Fisch – anfangs der Sechziger Jahre vom Männerriege – direkt zum Gemeinde-Präsidenten „befördert“ -, das in 25 Jahren wieder ein Jubiläum gefeiert werden könne, ist in Erfüllung gegangen. Ein neues Leben hat die Männerriege im 26. Vereinsjahr natürlich nicht begonnen. Aber im Laufe der 25 Jahre hat sich der Turnbetrieb doch etwas geändert, d.h. es wurde noch etwas mehr Zeit dem

Spielbetrieb

gewidmet. Dies deshalb, weil sich die Männerriege vermehrt an Spielwettkämpfen beteiligte. Man wollte nicht ohne Training an der Faustball-Meisterschaft des Kreisturnverbandes teilnehmen, die jeweils vom Mai bis September im Freien durchgeführt wird. Ab 1970 kam dann noch die Winter-Hallenmeisterschaft dazu. Der Kantonal-Spieltag Ende August und der Tösstaler Männerspieltag waren schon vorher fest im Programm. Ab 1966 beteiligte sich die Männerriege auch am Eulachturnier in Elgg. Dieser Anlass bildete jedes Jahr den Auftakt zur „Freiluft-Saison im Faustball und fand regelmässig Ende April oder anfangs Mai statt. Ab letztem Jahr schliesslich folgte man auch noch den Einladungen der Männeriegen Effretikon und Hittnau zu Faustball-Turnieren. Es gab allerdings Zeiten, wo es für den Spielleiter kein Leichtes war, die nötige Anzahl Spieler aufzubieten, wenn zwei Mannschaften angemeldet wurden. In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren gingen der Männerriege auch viele gute Faustballer durch Unfall oder Krankheit verloren und etliche sind 60 und mehr Jahre alt geworden und damit eben nicht mehr so reaktionsschnell und beweglich. Es würde zu weit führen, bei den vielen ausgetragenen Wettkämpfen in Kat. B oder C bezw. In der 2. bis 4. Liga die einzelnen Erfolge und Misserfolge aufzuzählen. Es gab aber Jahre, wo wir uns sehen lassen konnten und gerade jetzt befindet sich der Wanderpreis vom Tösstaler Männerspieltag in unseren Händen.

Wandern und Reisen

sind zwei Worte, die in der Männerriege ebenfalls gross geschrieben werden. In den letzten 25 Jahren gab es nur 3 Jahre, in denen weder eine Reise noch eine Bergwanderung unternommen wurde. Zu den Reisen waren mit einer Ausnahe jeweils auch die Frauen (oder Freundinnen) eingeladen. Dies als Dank für die Mithilfe bei vielen Anlässen, die wir durchführten. Wohin es uns jeweils zog, zeigt eine Übersicht im Ordner Reisen. Etliche Male wurden dabei respektable Marschleistungen erbracht. Schade nur, dass ab 1978 keine Reiseberichte geschrieben wurden.

Skifahren

Ist eine Betätigung, die ebenfalls gesundheitsfördernd ist und deshalb nach Möglichkeit jeweils auch ins Jahresprogramm aufgenommen wurde. Allerdings wurden die sogenannten Skitouren mit Aufstieg und Abfahrt ganz verdrängt durch reine Skiabfahrten unter Benützung der Gondelbahnen und Skilifte. Nur 1962, 1963 und 1967 unternahmen wir noch Skitouren im Glarnerland auf den Schild, im St.Galler-Oberland zur Wildseelücke und im Toggenburg von der Wolzenalp zum Tanzboden. Diese letzte Tour hat den Teilnehmern offenbar den letzten „Mumm“ genommen, wurden sie doch vom regennassen Schnee total durchnässt. Dazu kam, dass die beweglichen Kabelzugbindungen abgelöst wurden durch die starren Bindungen und Kunststoffschuhe, die das Skiwandern nicht mehr ermöglichten. So beschränkten wir uns auf den sogenannten Skiplausch in den Skigebieten von Flums, Amden, Grüsch, Girlen und Wolzenalp. Einige Male besuchten wir auch das Skigebiet von Savognin, wobei uns unser heutiger Präsident Kurt Koch in verdankenswerter Weise seine Wohnung für das Nachtquartier und die Verpflegung zur Verfügung stellte. Zweimal probierten wir es auch mit Nachtskifahren im Oberholz bezw. Am Atzmännig, was von den Beteiligten als willkommene Abwechslung empfunden wurde.

Die Männerriege als „Wirtschafts-Sachverständige“

Gemeint ist natürlich die Betätigung als Festwirte. Wenn man die Protokolle und Jahresberichte durchgeht, so findet man in den letzten 25 Jahren eine ganze Reihe Anlässe, an denen wir unter der Führung des versierten Adolf Fisch die Festwirtschaft übernahmen. Später wurde er abgelöst durch Kurt Koch und auch Sepp Zumsteg. An folgenden kamen wir in dieser Sparte zum Einsatz.

1963 Inspektionsturnen, organisiert durch den Turnverein
1966 Gemeindehaus-Einweihung und Kantonal-Spieltag
1970 Bezirks-Sängerfest und Jubiläum Männerchor
1973 Verbandsturntag und Jubiläum Turnverein, Kantonal-Spieltag
1975 Einweihung Alterssiedlung, Mithilfe beim Bezirks-Sängerfest
1977 Schulhaus-Einweihung Eichhalde
1979 Männerriegen-Jahresversammlung Kreisturnverband
1983 Mithilfe Einweihung Oberstufenschulhaus-Erweiterung
1984 Einweihung Werkhof Wila

 

Ab 1978 führten wir auch die Festwirtschaft an den Abendunterhaltungen des Turnenden Vereine von Wila. Nebst zum Teil grosser Arbeit erbrachten Anlässe aber meistens auch einen willkommenen und ansehnlichen Zustupf in unsere Vereinskasse, was uns die Teilfinanzierung unserer Reisen und Bergwanderungen erlaubte.

Nebst den vielen aufgezählten Aktivitäten der Männerriege kam das eigentliche

Turnen

Natürlich auch zum Zug. Allerdings wurde nicht immer gleichviel Zeit dafür aufgewendet, manchmal gar keine, was kaum beanstandet wurde. Es darf dabei nicht übersehen werden, dass ein Teil der Aktivmitglieder früher nie einem Turnverein angehörte und deshalb nicht darauf brennt, sich an den Geräten wie Barren, oder Reck etc. zu „tummeln“. Auch Körperschulungsübungen verlangen eine körperliche Anstrengung, zu der man sich aufraffen muss im Gegensatz zum Spiel, wo der Einsatz lustbetont ist. In den letzten Jahren aber hat der grössere Teil der aktiven Männerriegler die Gruppen- und Einzelwettkämpfe an Turnfesten bestritten, so am Kantonalturnfest in Andelfingen, an den Turnfesten am Cholfirst, in Schaffhausen und dieses Jahr in Seuzach, 1984 sogar am Eidgenössischen Turnfest in Winterthur, wo wir uns ausserdem als Kampfrichter in den Dienst des Invalidensportes stellten. Ab 1980 haben wir uns mit einer Ausnahme alljährlich auch mit einem eigenen Wettkampf am Schlussturnen beteiligt. Diese Aktivitäten setzten auch ein gewisses Mass an Training in der Turnhalle voraus. Seit 1983 wurde vom neuen Riegenleiter am Jahresende ein Schlussabend veranstaltet, bestehend aus Nacht-Orientierungsmarsch für Gruppen, verbunden mit dem Lösen von Geschicklichkeits- und Denkaufgaben, was guten Anklang gefunden hat.

Geselligkeit

und damit auch die Pflege der Kameradschaft kommt in der Männerriege ebenfalls zum Zug. Bei geschlossener Turnhalle jeweils verbrachte man den Abend mit Kegeln und/oder Jassen, teilweise verbunden mit einem Abendbummel. Auch ein Chlaushock mit verschiedenen Wettbewerben und Straf- oder Lobpredigten des Samichlaus, anfangs Dezember zusammen mit unseren Frauen, wurde 1980 eingeführt. Die Beteiligung an solchen Anlässen ist ausnahmslos gut, da auch Kameraden mitmachen können, die im Turnen oder beim Spiel nicht mehr aktiv dabei sein können. Aber auch viele fröhliche Ausklänge an verschiedenen Festen und nach Faustball-Wettkämpfen gab es, als jüngstes Beispiel nach dem Gewinn des Wanderbechers am Tösstaler Männerspieltag im vergangenen der Geselligkeit gibt es aber auch Geschäfte, die erledigt werden müssen. Ein Verein kann nicht lange bestehen, wenn nicht jemand das

„Steuer des Vereinsschiffes“

fest in Händen hält. Es braucht einen Präsidenten, der die Sitzungen und Versammlungen leitet und darüber wacht, dass ausgeführt wird, was beschlossen wurde. Eher noch wichtiger ist aber der Riegenleiter, der in Zusammenarbeit mit dem Spielleiter dafür sorgt, dass die Turnstunden sinnvoll und möglichst abwechslungsreich gestaltet werden. Das ist keine leichte Aufgabe. Aber auch ein Aktuar gehört zu einem Vereinsvorstand. Er hat in Protokollen festzuhalten – z.B. auch für einen Jubiläumsbericht – was an Sitzungen und Versammlungen behandelt und beschlossen wurde, und hat die übrigen administrativen Arbeiten zu erledigen. Nicht minder wichtig ist Kassier, der die Finanzen des Vereins gewissenhaft verwaltet und dafür sorgt, dass die Jahresbeiträge eingehen und nicht mehr Geld ausgegeben wird, als verantwortet werden kann. Die Tabelle am Schluss dieses Berichtes zeigt, wer sich in den vergangenen 50 Jahren kürzere oder längere Zeit für die Tätigkeit im Vorstand verpflichten liess. Dass es die Vorstandsmitglieder in den zweiten 25 Jahren durchschnittlich länger ausgehalten haben, dürfte u.a. damit zusammenhängen, dass keiner von ihnen aus der Gemeinde weggezogen ist. Überdies sind mit zwei Ausnahmen heute noch alle aktive Mitglieder. Es darf an dieser Stelle wohl erwähnt werden, dass Max König und Sepp Zumsteg und Hans König und Heiri Gubler 31 Jahre Aktivmitgliedschaft aufweisen. Ferner darf sicher hervorgehoben werden, dass Sepp Zumsteg, heute noch Aktuar, 17 Jahre in diesem Amt und 16 Jahre als Kassier ( also 14 Jahre Doppelfunktion) tätig war und Hans König sich 20 Jahre als Riegenleiter zur Verfügung stellte.

Aus der vom Aktuar erstellten Mitglieder-Statistik geht übrigens hervor, dass bis heute 146 Mitglieder in die Männerriege aufgenommen wurden. Von denen sind bis heute bereits mindestens 58 verstorben (von zwei Mitgliedern ist der Aufenthaltsort unbekannt). De heutige Bestand weist 47 zahlende Mitglieder auf, wovon 17 mit einem Alter von 34 bis 72 Jahren zu den aktiven gezählt werden können. Dies entspricht einem Durchschnittsalter von 49,12 Jahren.

Zum Schluss möchte ich noch einige Angaben zum Thema

Finanzen

machen. Während der ganzen 50 Jahre stand die Männerriege auf finanziell gesunden Beinen da, und dies bei einem Mitgliederbeitrag während der ersten 24 Jahre von Fr. 2.50 pro Jahr. Für die folgenden 14 Jahre wurde der Beitrag auf Fr. 3.50 erhöht und 1975 beschloss die Generalversammlung , bis auf weiteres Fr. 10.- von den turnenden und Fr. 5.- von den nichtturnenden Mitgliedern zu beziehen.

Abschliessend gebe ich der Hoffung Ausdruck – und zweifle nicht daran – dass es unserer Männerriege gelingen wird, mit Vernunft und Toleranz wie bis heute auch weiterhin zur Erhaltung der Volksgesundheit und Pflege der Kameradschaft beizutragen.

Othmar Breitenmoser